Wehe, wenn sie losgelassen!

Pipe Line, Eisenmann und der walisische Furz

Servus Freunde,

da hört man über eine Woche gar nichts von uns und dann so eine Überschrift?! #clickbaiting 😉

Der Grund warum ich erst jetzt wieder dazukomme zu bloggen ist relativ einfach erklärt. Vor lauter Entertainment und Ausflügen die letzten Tage (wir befinden uns ja auch auf einem Club-Schiff) bleibt einfach kaum Zeit, entspannt einen Text zu schreiben und Bilder auszuwählen.

Nicht das jetzt der Eindruck entstehen könnte es ist hier an Board Freizeitstress angesagt, nein keineswegs, es macht einfach unheimlich Spaß die Vielzahl an Angeboten wahrzunehmen und am Abend fällt man müde und glückselig in sein leicht schwankendes Bett.

Heute ist aber unser letzter ganzer Seetag, draußen ist dichter Nebel und da kann man dann schön die letzten Tage Revue passieren lassen. Da doch eine Vielzahl an Bildern aufgelaufen sind, werde ich diese heute etwas über den Text thematisch verteilen. Jetzt aber los:

Wie am Ende des letzten Eintrags angekündigt machten wir uns am nächsten Tag auf die Reise nach London. Leider ist die Entfernung vom Hafen in Dover bis in die Hauptstadt Englands doch 2 Stunden Busfahrzeit, aber die Zeit verging relativ schnell, trotz Rentnerpinkelpause. In London fuhren wir die üblichen Highlights wie Westminster Kathedrale, Buckingham Palace und den Tower an. Die Mittagsfreizeit war zwar nur 1 Stunde, diese aber nutzten wir zum Besuch der riesigen M&M World und weiteren Shops in der Umgebung inklusive Sandwich-Pause bei Pret-a-Manger.
In London selbst hat sich seit unserem letzten Besuch beim Champions-League Finale 2013 wieder einiges getan. Speziell die Skyline weist immer neuere Wolkenkratzer auf (z.B. „Walkie-Talkie“, „Käsereibe“, „Gurke“ und „Die Scherbe“)

Zwischen London und Fishguard, unserem nächsten Hafenstopp, gab es den zweiten Seetag, den wir mit allerlei Bordaktivitäten, z.B. Kids-Club für Jonas, Spa für die Eltern und Sonnendeck für alle verbrachten. In Fishguard, das in Wales liegt, hatten wir einen weiteren Ausflug gebucht. Da unser Schiff aber zu groß für den Hafen war, wurden wir in kleinen Beibooten an Land gebracht.
Der Ausflug selbst führte uns als erstes mit dem Bus zur Burgruine auf Carew Castle, wo wir mit dem Reiseleiter durch Reste längst vergangener Tage schlendern durften. Kleine Randnotiz, dreimal dürft ihr raten, wer für den Erhalt des Schlosses in großen Teilen aufkommt. Na wer? Richtig die EU. 😉
Der zweite Teil der Reise führte uns in das nette Örtchen Tenby, wo wir neben der großen Stadtmauer, netten kleinen Geschäften auch einen breiten Strand erkunden durften. Höhepunkt war jedoch der Reiseleiter, der nur sehr gebrochen, aber bemüht Deutsch sprach. Manche Wörter übersetzte er 1:1 ins Deutsche, andere dafür gar nicht und auch bei der Betonung ergab sich so manche lustige Stilblüte. Best-of davon ist das Geheimnis der Überschrift. 🙂

Da an manchen Häfen nur 1-2 mal im Jahr ein Kreuzfahrtschiff anlegt, wird man bei der Ankunft und auch bei der Abfahrt richtig begrüßt und verabschiedet. In Fishguard sang z.B. der örtliche Männerchor und es gab selbstgebackene Kekse der Landfrauen.

Jetzt ging es übrigens Zack auf Zack, jeden Tag ein neuer Hafen. Nächster Halt Liverpool. Da das Schiff direkt in der Stadt vor Anker lag, hatten wir mal keinen Ausflug gebucht, sondern die Stadt auf eigene Faust erkundet. Gleich am Hafen begrüßten uns die Beatles in Form einer Statue. Cool.
Da es zum ersten Mal auf unserer Reise regnete, starteten wir den Tag im riesigen Einkaufszentrum Liverpool One, in der Hoffnung auf Wetterbesserung. Nach Shopping und einem leckeren Mittagessen, lockerte der Himmel auf und wir machten uns im Linienbus auf den Weg zur Anfield Road, dem Zuhause vom FC Liverpool und Jürgen Klopp. Da noch ein paar Tage Baustelle auf der Haupttribüne ist, gab es leider keine Stadiontouren, man bekam aber auch von Außen einen tollen Eindruck von diesem Fußballtempel.
Im Anschluß fuhren wir wieder in die City und schauten uns die künstlerischen Albert Docks an. Da der kleine Mann aber irgendwann genug von dem Stadtrundgang hatte, machten wir einen kleinen Schlenker zum Schiff und dem Kids-Club und weiter ging’s zu zweit auf den Spuren der Beatles. Nach längerem Fußmarsch an der riesigen Liverpool-Kathedrale vorbei und einer Busfahrt, gelangten wir letztendlich zur legendären Penny Lane.
Den Abend ließen wir dann bei Sonnenschein im prächtigen Barviertel, wo auch der Cavern Club liegt, bei einem Cider und Livemusik ausklingen und kehrten pünktlich zum Ablegen des Schiffes zurück. Aufgrund der frühen Sperrstunde geht der Punk hier schon ab Nachmittag ordentlich ab. Unzählige Junggesell(inn)en-Abschiede kreuzten unseren Weg, da waren schon (speziell bei den Frauen) einige Gestalten dabei. 😉

Bereits am nächsten Tag verließen wir für kurze Zeit das Brexit-Land und kehrten in den Schoß der EU zurück. Dublin im grünen Irland war nämlich das Tagesziel. Auch hier hatten wir nichts über die AIDA gebucht, sondern die Wikingerfahrt im Amphibienfahrzeug direkt beim Anbieter im Internet bestellt, was dann sogar etwas günstiger war. Die Zeit vor der Rundfahrt nutzten wir, um uns zwei kleine Parks (u.a. auch die Oscar Wilde Statue) anzuschauen. Um 11:30 h hieß es aber dann „Wikingerhelme auf!“ und eineinhalb Stunden durch Dublin auf Rädern und zu Wasser. Passanten auf der Straße wurden auf Befehl des Guides mal locker angebrüllt. ROHAHHHH!!! Einzig das Schickimicki-Girl neben mir im Wagen war nicht so begeistert, auf den Helm verzichtete sie wahrscheinlich wegen der Menge an Make-Up und der Uncoolness des Ganzen. Sie tippte lieber am Handy rum. Traurig.
Nach der sehr lustigen Fahrt genehmigten wir uns die besten Fish & Chips in Town. Lecker! 🙂
Gestärkt spazierten wir dann zur St. Patricks Kathedrale und zum Guinness Storehouse, wo wir eigentlich nur den Shop besuchen wollten. Ohne Eintrittskarte war der Zutritt aber nicht möglich und so besorgten wir uns zwei Karten (Jonas war umsonst und wollte unbedingt rein) und streiften durch 7 Stockwerke spannender Guinness Braugeschichte. Am Ende gab es sogar noch Bier für die Eltern und Soda für den Kleinen auf der Aussichtsplattform der Brauerei mit Blick auf Dublin. Um noch rechtzeitig an Bord zu kommen, erfolgte dann ein kleiner Kampfmarsch zum Shuttle-Bus, vorbei an weiteren Sehenswürdigkeiten Dublins, wie der „Milleniums Nadel“.

Ohne Seetag ging es dann gleich flockig weiter in den Westen Schottlands, genauer gesagt nach Greenock. In diesem Hafen hatten wir unseren letzten AIDA-Ganztagesausflug auf der Reise gebucht, dieser lautete „Schottland Spezial“, dieser führte uns zuerst zum Scottish Wool Center, wo uns unterschiedliche Schaafsrassen und ein Hütehund vorgestellt wurden. Danach gab es ein gemeinsames Mittagessen im Pub nebenan. Serviert wurde eine schottische Spezialität „Hühnchenbrust gefüllt mit Innereien“, was zwar eklig klingt, aber doch sehr lecker schmeckte.

Der Bus fuhr uns dann noch zum Loch Katrine und zum Loch Lomond, auf dem wir eine kurze Bootsfahrt an alten Burgen vorbei machen konnten.
Beim Ablegen spielte sogar eine große Dudelsack-Combo, leider gibt es davon aber keine Fotos, da wir uns zu diesem Zeitpunkt im Saunagewand befanden und zum Auskühlen an der Reling standen. 😉

Der darauf folgende Seetag stand dann ganz im Zeichen der Familie. Jonas führte mit den anderen Kindern sogar einen einstudierten Tanz auf dem Pooldeck vor. Nachmittags wurde ich dann von Neptun persönlich getauft, nachdem ich 3 Essensprüfungen (Wurmnudeln, Chili-Spinat uns scharfen Wackelpudding) erfolgreich bestanden hatte. Jetzt trage ich den Namenszusatz „Jochen der Jollenfisch“. Am Abend gab es im Theater nach der grandiosen „James-Bond-Show“ einige Tage zuvor, dann noch ein Greatest-Musical-Hits live von den AIDA Stars. Diese Vorführung stand, dank der professionellen Sänger und Tänzer, einer Musical-Produktion in nichts nach. Wir 3 waren begeistert. Wow!

Gestern legten wir zum letzten Mal in UK an. Invergordon in den schottischen Highlands war unser Zielhafen. Dort wollten wir eigentlich nichts unternehmen und nur durch das Örtchen am Hafen schlendern. Am Ende des Tages kamen wir dann doch noch ganz schön rum und hatten einen fantastischen Tag. Wie es dazu kam, sei kurz erklärt. Invergordon war doch so klein, dass wir in 5 Minuten durch waren. Als wir an einer öffentlichen Bushaltestelle dann ein paar Familien vom Schiff sahen, die in einen Bus stiegen, fragte ich mal kurz den Busfahrer, wo er denn hinfahren würde. Er meinte mit einem relativ günstigen Tagesticket würde er nicht nur bis zur nächstgrößeren Stadt Inverness, sondern auch bis Loch Ness fahren. Wir überlegten nicht lange und hüpften an Bord des Doppeldeckers.
Und wirklich, der Mann hielt Wort und brachte uns alle zum Urquhart Castle, dass direkt am Loch Ness liegt. Wir hatten dann über eine Stunde Zeit das alte zerstörte Schloss zu besichtigen und Nessi im See zu suchen.
Jonas hatte Riesenspaß, erforschte mit seinem Spezi aus dem Kids Club das ganze Areal und meldete alle paar Minuten die Sichtung des Meerungeheuers. 😉
Wie vereinbart fuhren wir danach wieder nach Inverness, wo wir die Stadt und das Shopping Center noch zwei Stunden unter die Lupe nahmen. Um 4 Uhr ging dann ein normaler Linienbus wieder zum Hafen zurück, dabei gab es den ein oder anderen Schlenker zu den Hinterhöfen Schottlands, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.
Dabei konnte man sehen, dass die Häuser teilweise extrem heruntergekommen sind, jedoch der Rasen immer Wimbledon Niveau hat.
Zurück an Bord gab es vor dem Auslaufen noch eine Scottish Dance Einlage inklusive Dudelsackspieler. Diesmal waren wir auch nicht in der Sauna und es gibt Fotos. 😉

Auch wenn es nun schon sehr viel Text war, möchte ich noch auf eine Frage eingehen, die gestellt wurde:

Jochen, ist das Internet nicht sauteuer an Bord?

Ja, das Internet ist nicht besonders billig und ich hatte mir eigentlich überlegt über Telekom-EU-Roaming-Pakete (2,95 EUR für 100 MB) in den Städten den Blog zu befüllen. Leider hatte ich die Rechnung nicht mit den Hintergrundaktivitäten des MacBooks gemacht, diese saugten durch stille Updates (Creative Cloud, etc.) in wenigen Minuten das Kontingent leer, bevor ich es unterbinden konnte. Somit habe ich mir beim letzten Mal und auch jetzt das 0,19 Cent pro Minute Paket an Bord geholt. Da schon alles vorgetippt ist, halten sich die Kosten im Rahmen.

Morgen steuern wir noch einen halben Tag Arhus in Dänemark an und am Samstag ist die Reise leider schon zu Ende. Sofern die Bahn diesmal keine Faxen macht, werde ich auf der Rückfahrt noch einen Eintrag mit Resümee der Reise verfassen.

Puh, das war es nun wirklich. Wer bis hierher gelesen hat, bekommt ein großes Danke. 🙂

Liebe Grüße
Die 3 glücklichen Kreuzfahrer

Das Schiff lächelte so schön, doch dann kam die Karlstetter Fotobombe.

3 Bayern fahr’n zur See

Ein fröhliches Moin Moin liebe Landratten,

der letzte Eintrag hier im Blog liegt nun schon über ein Jahr zurück und war von unserem wunderschönen Kanada-Wohnmobil-Urlaub. Nun ist es also mal wieder Ferien-, Urlaubs- und Blogging-Zeit. Diesmal haben wir uns für den Seeweg entschieden und zwar mit der AIDAvita auf eine 14-tägige Großbritannien (und ein wenig Irland) Kreuzfahrt.

Während ich beginne diese Zeilen zu schreiben, sind wir bereits den vierten Tag unterwegs und ich liege auf dem Wenn-ich-nicht-hier-bin-bin-ich-auf-dem-Sonnendeck bei bestem Wetter. Wie bei einer spannenden Serie leite ich nun einfach ein:

WAS BISHER GESCHAH 😉

Am Samstag hieß es sehr früh „Raus aus den Federn“ um die Bahn nach Kiel um 5:15 Uhr zu erreichen. Die Zugreise beinhaltete zwei Umstiegspunkte, was bei der DB leider immer für eine gewisse ungewollte „Spannung“ sorgt, da das Schiff natürlich um 18:00 h in Kiel ablegen und nicht auf uns warten würde. Natürlich gab es Komplikationen. 🙁
In Würzburg kam der Anschlusszug gleich mal 15 Minuten später und war gnadenlos überfüllt, da die Bahn mal am Samstag nur einen halben Zug einsetzt. Wir hatten zwar eine Platzreservierung mussten uns aber dahin erst einmal durchschlagen. Dann kam die Durchsage, dass der Zug erst weiterfahren würde, wenn die überfüllten Gänge geräumt werden. Das dauerte knapp 35 Minuten inklusive Polizeiräumung einiger Wägen. Mit knapp 60 Minuten Verspätung ging es dann endlich weiter, den weitern Anschlusszug in Hamburg schrieben wir bereits ab. Ein Blick aufs Handy, welches einem schneller Auskunft geben kann als der Schaffner, offenbarte mir, dass wir unseren Zug nach Kiel aufgrund der aktuellen Lage, statt in Hamburg bereits in Hannover noch erreichen können. Gemacht getan.
Die Platzreservierung galt leider erst ab Hamburg, daher nahmen wir bis dahin im Gang Platz.
Wie geplant kamen wir dann doch noch pünktlich um kurz nach 13:00 Uhr in Kiel – mit hunderten anderen Kreuzfahrern – an.

Am Bahnhof wurde unser Gepäck gleich in Empfang genommen und wir fuhren mit einem Bus zu unserem Schiff. Der Check-in inkl. Sicherheitsüberprüfung lief wie am Flughafen ab. Recht zügig erhielten wir unsere Bordkarten und waren dann schon auf dem Schiff und konnten unsere Kabine beziehen.
Danach erkundeten wir unser schwimmendes „Zuhause“. 11 Decks plus Aussichtsplattform! Darauf befinden sich etliche Bars, ein tolles modernes Fitnessstudio, 3 Restaurants, eine Saunalandschaft, ein zweistöckiges Theater, das Pooldeck mit mehreren Whirlpools, ein Ruhe-Lese-Raum und nicht zu vergessen der Kids-Club.

Da es wohl der Tag der Verspätung war, konnte auch unser Schiff erst zwei Stunden später auslaufen als geplant. Dieser Vorgang war aber dann schon sehr imposant und wir winkten traumschiffartig den Schaulustigen im Hafen zu. 😉 Die Willkommensshow (mit einem Touch Fernsehgarten) auf dem verregneten Pooldeck riss uns jetzt nicht so mit, denn der lange Tag zollte seinen Tribut und wir fielen nach einem kleinen Abendessen todmüde in unsere Kajüte.

An unserem ersten morgen auf Deck mussten wir erst einmal die Uhr um eine Stunde zurückstellen, da wir in der Nacht bereits die Zeitzone überquert hatten. Sonntag war Seetag, sprich man legt nicht an, sondern verbringt den Tag auf dem Schiff. Wer denkt das könnte langweilig werden, irrt sich gewaltig. Jeden Morgen hat man nämlich die Zeitung „AIDA heute“ an der Kabinentür stecken, in der das komplette Tagesprogramm aufgeführt ist. Von Workshops, Tanzkursen, Ausflugs-Präsentationen, über sportliche Angebote bis zu den Klassikern Bingo oder Shuffleboard ist wirklich alles geboten.
Wir gingen erstmal zum Kids-Club-Kennenlern-Treff, wo die supernetten Betreuer(innen) das Konzept den Eltern vorstellten. Gleich im Anschluss durfte Jonas mitgehen und bis zum Mittagessen mit den anderen Kindern an Bord mächtig Spaß haben. Die Eltern ihrerseits schmissen sich währenddessen auf den Crosstrainer und die Hantelbank und schwitzten später noch in der Sauna aus. Da der Kids-Club sooooo toll war, wollte der kleine Mann am Nachmittag gleich wieder hin. Gut, Bettina und ich wellnessten dann halt noch ein bisschen weiter.
Am Abend gab es im Theater dann die Vorstellung vom Kapitän und seiner Crew mit anschließender Live-Gesang- und Tanzshow (Thema: Phil Collins & Genesis) der sehr guten AIDA-Stars.

Montag war dann erster Landgangtag, denn wir fuhren gegen Mittag in den Hafen von Newcastle ein. Ähnlich wie beim Auslaufen war dies wieder ein Riesen-Spektakel mit fast allen Leuten auf Deck, denn die Einfahrt führte durch den Fluß Tyne. Das Wetter hatte sich zum Glück nun komplett gedreht und England begrüßte uns in einem Sonnengewand. Um 13:00 Uhr wurde angelegt und es ging sogleich zu unserem ersten Ausflug „Auf den Spuren von Harry Potter“. Mit zwei Reisebussen ging es für uns nach Durham, das etwas außerhalb von Newcastle gelegen ist.
Durham ist heute überwiegend eine Studentenstadt und kommt von ihrer Bedeutung her gleich nach Oxford und Cambridge. Wir kamen aber hauptsächlich wegen des Durham Castle und der dazugehörigen Kathedrale, die bei 2 Harry Potter Filmen als Drehort verwendet wurde. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum in der faszinierenden Kathedrale nicht fotografiert werden darf. :-/
Die ganze Anlage ist wirklich typisch englisch, wie man es in Filmen und Serien eben so gezeigt bekommt.
Danach hatten wir etwas Freizeit und machten das Örtchen unsicher inklusive dem obligatorischem Besuch eines Supermarkts. 😉 Die Busfahrt führte dann noch zum „Engel des Nordens“, einer riesigen Statue, die ein wenig wie Ikarus aussieht. Bevor es nach 4 Stunden dann zurück zum Schiff ging, machte der Busfahrer noch eine kleine Sightseeing-Tour durch Newcastle. Wir fuhren sogar am recht imposanten Stadion von Newcastle United (nur noch 2. Liga) vorbei, welches mitten in der Stadt liegt.
Den tollen Tag ließen wir noch am Pooldeck bei der Abendshow und Cocktails ausklingen.

Da das Schiff die Nacht im Hafen lag, ging es dann heute früh erst los Richtung Dover (London), welches wir dann morgen erreichen werden. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, haben wir den heutigen Seetag mit gemeinsamen Sonnetanken und Whirlpoolen auf dem obersten Deck verbracht. Nebenbei gab es etwas Sport und einen ordentlichen Aufguss in der Sauna, der mir noch beim Abendessen den Schweiss aus den Poren drückte. Nach dem üppigen indischen Abendbuffet zockte uns Jonas aka „Der Immobilien-Mogul“ in einem harten Monopoly-Spiel nach Strich- und Faden her.

Bevor wir Euch zum Ende des Blog-Eintrages ein paar Impressionen zeigen, hier noch eine neue Rubrik, die ich einfach Kreuzfahrt-FAQ nenne. Ich beantworte einfach bei jedem Beitrag eine Frage die Kreuzfahrt betreffend, heute stelle ich Sie einfach selber, die nächsten können gern von Euch kommen.

1. So eine Kreuzfahrt besteht doch überwiegend aus „The Walking Dead“, oder?

Die AIDA richtet sich zur Ferienzeit stark an ein Publikum bestehend aus Familien und aktiven Paaren. Da jetzt aber nur noch in Bayern und Baden-Württemberg Ferien sind und die Preise etwas günstiger werden, sind auch Ältere mit an Bord. Zum Glück sind nicht alle griesgrämig, sondern recht aufgeschlossen und gesprächsbereit. Bei solchen Gesprächen bekommt man mal ein Bild des heutigen (wohlhabenden) Rentners, viele von denen machen bis zu 3 (!) Kreuzfahrten pro Jahr. Von so einer Rente können wir ja nur träumen. #reicherentner
Zusammenfassend gesagt fühlen wir uns hier sehr wohl, speziell mit den anderen Familien kommt man über den Kids-Club ins Gespräch. Auch das Personal trägt stark zu einer lockeren Atmosphäre bei.

Hier noch die versprochenen Bilder. Viel Spaß beim Anschauen:

Jetzt heisst es aber langsam „Ab ins Bett!“, da morgen mal der Wecker gestellt werden muss. Bereits um 8:45 Uhr beginnt der Tagesausflug nach London, von dem wir sicher beim nächsten Eintrag berichten werden.

Armageddon returns - Die Frage ist nur, ob wir Retten oder Auslösen...

I bin da Lachs und do bin i dahoam

Ähnlich wie der Lachs, sind wir gestern nach langer Reise (über 3000 km) wieder am Ausgangspunkt – sprich Vancouver – angekommen. Vor genau zwei Wochen haben wir unseren Wohnmobiltrip begonnen und so langsam biegt der Kanada Urlaub auf die Zielgerade ein, jedoch ist jetzt erstmal Zeit von den letzten Etappen zu berichten.

Jasper – „Pull!“ – Wir stechen in See

Als wir im Wald von Jasper (den mit den Elchen) unsere Nacht verbracht hatten, starteten wir erholt einen Ausflug zum ca. 40 km entfernten Maligne Lake, einem der Postkarten-Motive schlechthin in der Region. Leider hatte uns der Rauch aus Banff (von den enormen Waldbränden in den USA und der schlechten Windrichtung verursacht) nun auch hier eingeholt, daher war die Szenerie doch sehr verhangen. Da Jonas ja ein kleiner Wanderbursche ist, machten wir zuerst einen knapp einstündigen Wanderweg am See entlang und durch die Wälder. Aufgrund der eingeschränkten Sicht verzichteten wir im Anschluß aber auf die (nicht gerade billige) Touristenbootsfahrt den gesamten See entlang, sondern entschieden uns für ein Kanu, mit dem wir 2 Stunden durch den See paddelten, während Jonas euphorisch „Pull, Pull, Pull!“ rief, damit seine Eltern auch ordentlich Gas geben mussten. 😉

Am späten Nachmittag fuhren wir dann erschöpft weiter nach Valemount, wo wir uns gleich nach Verlassen des Bundestaates Alberta unsere fehlende Stunde zurückholten und demnach noch eine Stunde mehr zur Verfügung hatten. Zudem konnten wir eine wilde Herde Elche beobachten, wie sie einen Fluß schwimmend überquerten.

Voldemort und die zickigen Lachsweibchen

Keine Angst, um Harry Potters Widersacher geht es in diesem Abschnitt rein gar nicht, ich ärgere meine liebe Familie einfach so gerne und habe den Ortsnamen Valemount einfach kontinuierlich falsch ausgesprochen, was speziell bei Bettina zu einem Gesichtsausdruck ähnlich dem dunklen Lord führte. 😉

Wir hatten unsere Stunde zurückbekommen, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass wir am selben Tag noch an einer kostenlosen Erklärbärstunde über Lachse am nahegelegenen Flußarm teilnehmen konnten. Der nette Ranger zeigte uns die bereits angekommenen Lachsweibchen, die aggressiv ihre Brutstätten gegen andere Damen verteidigten und erklärte uns den gesamten Lebenszyklus der Lachse, was sehr spannend war. Die Lachse wissen demnach schon kurz nach der Geburt in welchem Bacherl sie geboren worden sind und kehren nach ca. 4-5 Jahren im Pazifik, genau an diesen Ort zurück um sich fortzupflanzen und danach zu sterben. Am Ende schaffen nur ca. 15% diese anstrengende Reise bis zum „erfolgreichen“ Ende. Natur so hautnah zu erleben war schon ein Erlebnis.

Ein Wohnmobil ist doch kein Bergpuma

Unser nächster Stopp Richtung Süd-Westen war das Örtchen und der Campground in Clearwater, bei dem wir zur Entspannung erst einmal den hauseigenen Minigolfplatz bespielten und die müden Glieder im Pool abkühlten. Gegen Abend machten wir uns aber auf, um den vierthöchsten Wasserfall (141 m) Kanadas zu bestaunen. Die Strecke dahin war kurvig und mit Schlaglöchern versehen, was den Papa aber nicht daran hinderte das Wohnmobil zu Höchstleistungen zu treiben, da man das Spektakel ja noch bei Tageslicht erreichen wolle. Reichlich durchgeschüttelt aber ohne Geschirrschaden, konnten wir dann einen wunderschönen Blick auf die Helmcken Falls werfen. Trotzdem sollte man beim nächsten Mal besser einen SUV für solche Aktionen verwenden. 😉

Sag mal Whistler weinst Du, oder ist das der Regen?

Beseelt von den Natureindrücken stand am nächsten Tag eine der längsten Strecken auf dem Programm. 430 km nach Whistler! Um ein bißchen Auslauf zu bekommen, hatten wir uns für einen Zwischenstopp in Kamloops entschieden, wo wir den BC Wildlife Park besuchten. Leider merkte man dem Zoo schon nach kurzer Zeit an, dass die besten Jahre wohl schon etwas zurückliegen. Nichtsdestotrotz konnte man Raubvögel, Raubkatzen, Koyoten, Bergziegen, Waschbären und auch verschiedene Bären anschauen. Die Tiere sind zudem allesamt aus der Region, waren bzw. sind dauerhaft verletzt und würden in der Wildnis nicht mehr überleben.

Nach dem Parkbesuch und leckerem Lunch im Denny’s, ging es dann weiter nach Whistler, wo wir auch ohne Reservierung (übrigens typisch Deutsch, wie wir feststellen durften) einen Platz fanden. Dann kam aber in der Nacht der Regen über die Olympiastadt von 2010. Es prasselte nur so auf den Wohnwagen ein, was beim Schlafen zwar beruhigend wirken mag, aber jegliche weitere Unternehmungen im Freien unmöglich machte. Da das laut Wetterbericht auch die nächsten Tage so weitergehen sollte, entschieden wir uns schweren Herzens und ohne viel von der Stadt und Umgebung gesehen zu haben, zur Weiterfahrt nach Vancouver Island.

Whale Watching mit ohne Wal 🙁

Von Whistler aus war es nur ein Katzensprung zum Fährhafen Nord-Westlich von Vancouver. Auf der Fähre nach Vancouver Island war noch Platz für unser Motorhome und wir nahmen die knapp zweistündige Überfahrt Platz auf dem Besucherdeck. Das Wetter war noch keinen Deut besser geworden, demnach herrschte rauer Seegang, was dem ein oder anderen Fahrgast die Blässe ins Gesicht trieb. Uns machte das Geschaukel zum Glück nichts aus.

Auf der Insel angekommen, ballerte der liebe Papa ohne Pause gleich 200 km weiter nach Tofino, was auf der Westeseite der Insel liegt. Zum Glück besserte sich die Wetterlage hier etwas und wir konnten gegen Abend noch durch das leicht verschlafene Nest mit seinen vielen Surfern und „Alternativen“ schlendern. Der nächste Morgen stand dann ganz im Zeichen von Abenteuer, denn wir drei begaben uns raus in den Pazifik um Wale zu sehen. Zusammen mit einem deutschen Pärchen und dem Skipper stachen wir, eingepackt wie Alaska-Fischer, in einem kleinen Boot in See. Wie die Zwischenüberschrift schon vermuten lässt, meinte es die Natur an diesem Tag nicht gut mit uns und wir bekamen leider keine Wale zu sehen, jedoch waren die 3 Stunden ein geiles Erlebnis. Speziell wie das Schiff immer wieder die rauen Wellen brach und wir zumindest wilde Seelöwen zu sehen bekamen, konnte uns entschädigen.

Ein kleines Stück London

Als die Welt wieder aufgehört hatte zu wackeln, fuhren wir nochmal 300 km ans südliche Ende der Vancouver Insel nach Victoria, der größten Stadt auf dem Eiland, die natürlich nach Königin Victoria benannt ist. Vom Campingplatz aus konnten wir einen Bus ins Zentrum nehmen, welches uns mit seinem britischem Flair sofort verzauberte. Gerade bei Dunkelheit leuchteten viele Gebäude in vielerlei Farben und man wurde das Gefühl nicht los, man würde durch London wandeln. Sogar Doppeldeckerbusse fuhren die Straßen entlang. Auch dieser weite Weg hatte sich defintiv gelohnt.

Da wir von Vancouver selbst noch nichts gesehen hatten, setzten wir am nächsten Tag wieder auf das Festland über. Die Hoffnung bei der Überfahrt doch noch Wale zu sehen wurde leider nicht erfüllt, aber irgendwann schaffen wir es.

Jetzt sind wir zwei Tage in Vancouver und schauen uns mal die Stadt an und gehen ein wenig Shoppen. 😉 Vielleicht ergibt sich noch ein Eintrag bis vor dem Rückflug am Donnerstag.

Natürlich dürfen die Fotos der letzten Tage nicht fehlen. Lieben Dank für’s Lesen und Kommentieren.

Liebe Grüße
Eure 3 Flodders

Grizzly Boo hatte mehrmals die Zahnprophylaxe geschwänzt

Gib die Stunde her oder Vorwärts in die Vergangenheit

Endlich gibt es den zweiten Kanada-Eintrag. 🙂

Leider zerlegt es die ganze Familie abends im Wohnmobil in aller Regelmäßigkeit komplett (nach soviel guter Bergluft), so dass mir die kreative Energie fehlt und ich ins Lummerland schnarche. Sorry. 😉

Dafür gibt es heute die letzten Etappen unserer Camping-Reise und eine Vielzahl an Fotos. Also: Let’s get it on!

Nach gut 7 Tagen und knapp 1500 km „on the road“ haben wir uns sehr an unser fahrendes Zuhause gewöhnt.  Das „Schiff“ schnurrt wie ein Kätzchen auf den Bergstraßen Kanadas, säuft aber mit seinem V10 Motor wie ein Schweralki den Sprit weg. Mit einem Tankinhalt von ca. 130 l schaffen wir gerade mal so 500 km, was einem Verbrauch von 26 l / 100 km (#meisterdestempomats) entspricht. Zum Glück ist der Sprit hier etwas billiger.

Die Handgriffe wie Anschluß des Wasser- und Abwasserschlauchs und des Stromkabels (sofern am Campingplatz überhaupt vorhanden) sitzen perfekt. Und auch die kleine Küche lässt die Chefin die ein oder andere Mahlzeit zaubern. Einzig Bacon-Streifen sollte man besser sein lassen, diese lösen durch die enorme Rauchentwicklung Alarm aus und hinterlassen im Wageninneren einen lang anhaltenden Fettgeruch. Wie oben schon erwähnt, schläft es sich einwandfrei.

Streckentechnisch wollten wir vom netten und alternativ angehauchten Campground in Kelowna nordöstloch nach Revelstoke fahren. Leider waren dort die wenigen Stellplätze schon durch die Vielzahl an Dauercampern oder Vorreservierungen belegt, daher legten wir gleich nochmal 150 km zurück und machten in Golden unseren nächsten Halt.

Es sei übrigens noch kurz erwähnt, dass wir bewusst auf Reservierungen verzichten, um uns die größtmögliche Freiheit in der Planung zu lassen, was aber auch erweitertertes Suchen zur Folge haben kann.

Als wir dort einen einfachen Campground finden konnten, mussten wir überrascht feststellen, dass die Uhr im Camp schon eine Stunde weiter war als unsere. Irgendwann auf der Strecke hatten wir nämlich die Zeitzone überschritten. Demnach waren es statt -9, nur noch -8 Stunden Unterschied zu Deutschland. Diese Situation brachte sogar unser Navi zu Fehlern in der Matrix (siehe Screenshot weiter unten). In wenigen Tagen holen wir uns die Stunde aber wieder. 😉

Wie es aber immer so ist, stellte sich der ungeplante Aufenthalt in Golden als positive Überraschung heraus. Per Zufall überreichte uns die nahezu zahnlose Campground-Oma einen Flyer für das Kicking Horse Mountain Resort, wo man ein Grizzly Gehege besuchen und eine Gondelfahrt zum Berg Whitetooth machen könne. Genau das machten wir am nächsten Tag, einem strahlend blauen Sonnentag, auch und wurden nicht entäuscht. Sowohl der Spaziergang auf der Bergspitze, bei dem wir unser erstes „wildes“ Tier (Berghörnchen) entdeckten, als auch die Führung bei der Grizzly Auffangstation, bei der wir den Grizzly-Waisen Boo nach dem Mittagsschlaf erleben durften, waren ein absolutes Highlight.

Am selben Abend und der Weiterfahrt nach Radium Hot Springs hatten wir das gleiche Problem wie in Revelstoke, es war ja leider Wochenende und alle großen Campingplätze restlos ausgebucht. Als letzte Option wurde uns ein 9-Loch Golfplatz einige Kilometer vor der Ortschaft genannt, den wir sogleich anfuhren. Edgewater Hilltop Golf & RV Park stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus. Wir bekamen einen einfachen Stellplatz ohne Anschlüsse, dieser lag aber direkt am Golfplatz, welchen wir zum Abendspaziergang auch komplett abgehen durften und dabei ein Reh beim Apfelnaschen ertappten. Die Chefin, welche ein richtiger Oma-Typ war, bekochte uns auch noch äußerst lecker für wenig Geld selbst. Sogar selbstgemachten Apple-Pie nahmen wir uns noch am nächsten Tag als Proviant mit.

Auf dem Weg nach Banff machten wir noch einen Abstecher in die heißen Thermalquellen die Radium Hot Springs den Namen verliehen haben. Das Schwimmbad liegt zwar praktisch im Bergmassiv, hat aber außer zwei Becken (Lauwarm & Heiß) nicht soviel zu bieten. Trotzdem hatten wir unseren Spaß.

In Banff, einem der Tourismusmagneten in den Rocky Mountains, machten wir zum ersten Mal zwei Tage Rast auf einem der größten Campingplätze (ca. 600 Plätze), die wir bisher gesehen hatten. Während des Aufenthalts schlenderten wir am ersten Tag noch durch das nette aber überfüllte Städtchen. Wohingegen wir uns am zweiten Tag Mountainbikes ausgeliehen hatten und die einfachen Bike Trails der Umgebung abfuhren. Diese Trails führten uns zu kleinen Wasserfällen, einer Pferderanch und am Flußufer zu einer Begegnung der besonderen Art. Nach einer Abzweigung standen auf einmal ein Elch-Junges mit seiner Mutter auf dem Feldweg. Sehr vorsichtig schoben wir unsere Drahtesel vorbei, wurden dabei von den Tieren gemustert aber friedlich vorbei gelassen. Puh, da geht einem die Pumpe, bei so imposanten Tieren. Den sportlichen Tag ließen wir noch mit Grillen und Marshmallows am Lagerfeuer (hier war Feuermachen erlaubt) ausklingen. Das Holz hierfür wurde sogar gestellt, musste aber noch äußerst männlich mit der Axt bearbeitet werden. 😉

Nach den tollen Tagen von Banff, ging es gestern (es ist ja schon 00:26 h!) weiter nach Jasper, einem weiteren bekannten Örtchen in den Rockies. Ein kleiner Zwischenstopp in Lake Louise war aber eher ein Reinfall, da es so extrem diesig war, dass man vom See selbst kaum etwas zu sehen bekam. Frei nach dem Motto „Wie sie sehen, sehen sie nichts!“. Trotzdem lichteten die Mehrzahl der asiatischen Touristen die Nebelwand ab, als gäbe es kein Morgen. Immerhin konnte Jonas sich mit einem Indianer fotografieren lassen. In Jasper sind wir nun auf einem noch größeren RV-Campground, welcher aber auf hunderten Quadratmetern mitten im Wald liegt. Man kann gerade noch so seinen Parkplatznachbarn sehen. Sehr cool. In diesem Wald leben auch Elche, daher sind Bettina und Jonas auf dem Weg zum WC gleich mal einem Hirschen und seinen Kühen begegnet, diese sind die Menschen aber wohl gewöhnt und reagieren sehr ruhig. Mal schauen, ob heute Nacht etwas an die Türe klopft. 😉

Soderle, das war’s für heute. Natürlich dürfen die versprochenen Fotos (inkl. toller Tierbilder) nicht fehlen. Viel Spaß beim Anschauen und Danke für’s Lesen und Kommentieren (im Blog oder Facebook).

Liebe Grüße von den Kanada-Flodders 🙂

PS: Da wir beim letzten Eintrag ja den Waldbrand als Breaking News hatten, darf diesmal eine weitere „Eye-Witness-News“ nicht fehlen. Auf dem Weg nach Banff steckten wir 30 Minuten in einer Vollsperrung, da ein Pick-Up mit Wohnwagenanhänger mal kurz umgekippt war. Den Insassen ist nichts passiert (außer einem Schock), aber die Karlstetter-Paparazzis haben das Ganze bildlich festgehalten (siehe Gallerie).

Die Flodders Reloaded

Burn Forrest Burn!

Servus miteinand‘, jetzt ist es endlich soweit und der erste Eintrag findet – beginnend mit einer doppeldeutigen Überschrift – seinen Weg in den Blog.

Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im Laufe des Eintrags. 😉
Montag starteten wir unseren großen Trip nach Kanada. Als Fluglinie hatten wir British Airways gewählt, welche uns über London nach Vancouver bringen sollte. Am Münchner Flughafen lief noch alles einwandfrei, speziell mein Rucksack voller Elektronik ist für die Security Leute immer eine Herausforderung. Der Mitarbeiter war aber sehr freundlich, schaute mit mir kurz rein und wünschte mir einen schönen Urlaub.

In London hatten wir knapp 90 Minuten geplante Umsteigezeit und der Flieger kam auch pünktlich in Heathrow an. Laut den britischen Saftschubsen würde am Gate jemand warten, der uns zum Vancouver Flieger bringen würde. Natürlich stand da niemand und wir machten uns selbst auf den Weg zum neuen Flieger. Obwohl wir ja bereits in München schon komplett durchgecheckt wurden, mussten wir das ganze Prozedere nochmal über uns ergehen lassen (wir befanden uns wohlgemerkt im Transfer) – mit 1000 anderen. Sprich, ellenlanger Stau und die Zeit tickte. Irgendwann kamen wir auch dran und legten alles auf das Band, darin sind wir ja geübt.

Alle unsere Sachen kamen am anderen Ende heraus, bis auf meinen eingangs erwähnten Technik-Rucksack. Dieser nahm eine Abzweigung zu einem Security-Officer, leider waren da noch 5 weitere „gefährliche“ Gepäckstücke vor meinem. In einer Bierruhe arbeitete er sich sich am Ersten aus dem Pulk ab und wir merkten, jetzt wird’s zeitlich eng. Man muss sich ja am Flughafen, gerade im englisch-sprachigen Raum, sehr anständig aufführen, will man nicht eine Taser-Kur erleben, daher bat ich freundlichst darum meinen Rucksack etwas in der Reihe vorzuziehen, da wir ja unseren Flug erreichen mussten. Ich wurde an den Supervisor verwiesen, dieser meinte, ja, es würde eng werden, jetzt um 12:00 h wäre aber erstmal Schichtwechsel, danach wäre mein Rucksack dran. Als dann die Mitarbeiterin begann meinen Rucksack in seine Einzelteile zu zerlegen und auf Sprengstoff zu prüfen, schickte ich Bettina und Jonas ans Gate um im Notfall „die Tür aufzhalten“. 😉 Natürlich wurde nichts gefunden, ich durfte aber mein Zeug in aller Eile wieder selbst einpacken und sprintete in bester Forrest-Manier (!) zum Gate, leider musste dazwischen noch ein kleiner Zug genommen werden. Mit Puls 200 und verschwitzt wie eine finnische Herrensauna kam ich auf den letzten Drücker zum noch offenen Gate. Puh, so wollte ich das Ganze eigentlich nicht beginnen.

Die Ankunft in Vancouver verlief reibungslos, außer, dass man bei der Immigration auch fast 60 Minuten anstand. Zum Glück fuhr ein Hotel-Shuttle uns zum Sandmann Signature am Airport, wo wir unsere erste Nacht vor der Übergabe des Wohnmobils verbringen sollten. Leider liegt das Ganze weit außerhalb von Vancouver City und wir waren aufgrund des Jetlags nicht mehr im Stande uns die Stadt kurz anzuschauen.

Am nächsten Morgen holte uns der RV-Anbieter Four Seasons RV Rentals am Hotel ab, um uns nach Abbotsford (Vorort von Vancouver) zu kutschieren, wo wir unser Motorhome inkl. Einweisung erhalten würden.

Die Leute vor Ort waren superfreundlich und sehr professionell, dazu sprachen sie auch fast alle perfekt Deutsch (Hauptkunden). Nachdem wir uns mit dem fahrenden Zuhause vertraut gemacht hatten und der Papierkram erledigt war, ging es sogleich auf den Weg zum nächsten Supermarkt um etwas Proviant zu besorgen.

Da wir im Vorfeld nur die groben Ziele definiert haben, fuhren wir als erstes den Ort Harrision Hot Springs an, wo wir direkt am Ufer einen kleinen feinen Camping-Platz fanden. Zur Entspannung gingen wir am Ufer des Sees spazieren und ließen uns vom Panorama begeistern. Bei der Rückkehr am Campground wurde ich von der Chefin darauf hingewiesen, dass mein Wasserschlauch wohl defekt sei, da er immer am Verbinder abrutschen würde. McGyverstylemäßig besorgte ich graues Klebeband und reparierte den maroden Schlauch.

Die erste Nacht im geräumigen Mobil war wunderbar, alle ratzten wie die Weltmeister. Jonas ist mit seinem „Reich“, dem Alkoven, mehr als glücklich, aber auch Bettina und ich haben im Doppelbett ausreichend Platz. Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir sogleich weiter ins 4 Stunden entfernte Osoyoos, dem südlichsten Ort Kanadas, der für sein warmes Klima und den dort angebauten Wein bekannt ist. Als wir uns dem Städtchen näherten merkten wir schon, dass der Himmel recht bedeckt erschien, was aber weniger am Wetter, sondern an der Asche in der Luft lag, die sich auf unsere Klamotten absetzte. Wir vermuteten, dass in der Nähe ein Waldbrand gewesen sein musste.

Der Campingplatz, den wir hier wählten, war auch in Seenähe, vom Standplatz aus war das Gewässer jedoch aufgrund der Asche kaum in Sehnähe. 😉 Zudem hatte es meinen geflickten Schlauch nun komplett zerlegt, nach 6 km Fußmarsch und einem Baumarkt später, war dieses Problem zum Glück behoben. Die Kosten würde ich nach Rücksprache mit dem Anbieter sogar erstattet bekommen.

Als Freizeitbeschäftigung gingen die Karlstetters im Anschluß natürlich ihrer neuen Familiensportart Minigolf auf einem sehr coolen Platz nach. Bei der Rückkehr wurden wir aber von einem „spekaturlären“ Naturschauspiel überrascht, wir wurden Zeugen, wie im „Gebirge“ am anderen Ufer die Bäume brannten (!). Von uns aus sah die Rauchentwicklung wie ein Vulkanausbruch aus.

Als wir heute Morgen aufwachten, galt unser erster Blick nach draußen. Komischerweise war strahlend blauer Himmel und keinerlei Rauchschwaden am Firmament. Lediglich verkohlte Nadeln lagen auf dem Camping-Tisch und zeugten von dem abendlichen Unglück.

Nichtsdestotrotz wollten wir wieder weiter Richtung Rocky Mountains und machten nach 130 km und einer atemberaubend schönen Strecke Stopp in der größten Stadt am Okanagan See, nämlich Kelowna. Nach einem abkühlenden Besuch der örtlichen Shopping Mall ging es noch in die Fluten des Sees, was noch erfrischender war. Wo es uns morgen hin verschlägt, wird beim Frühstück im Wohnmobil entschieden.

Beim nächsten Eintrag wissen wir und ihr es. Bis dahin noch ein paar Impressionen:

Liebe Grüße (nach soviel Text muss ich auch ins Bett, wurde ja mal wieder „etwas“ länger.) 😉
Die Flodders aka die CAN-Camper

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