Leiwand nach Purple Hazen

Liebe Freundinnen und Freunde, endlich ist er fertig der erste Beitrag. 🙂 Der letzte richtige Urlaubsblog liegt ja bereits 3 Jahre zurĂŒck und ich merke wie sich die Zeiten geĂ€ndert haben. NatĂŒrlich wurde ich Ă€lter und bin schreibtechnisch wohl etwas eingerostet, aber ein StĂ€dte-Urlaub mit meinem lieben Sohnemann – nun Teenager – ist im positiven Sinne bis spĂ€t abends vollgepackt. Da ist man am Ende des Tages echt K.O. und hat keine Energie zum Schreiben. Heute haben wir etwas frĂŒher „Schluß“ gemacht und ich konnte mich ans MacBook setzen. Mal schauen was raus kommt.

Wer uns auf den sozialen Netzwerken folgt, hat schon ein bißchen mitbekommen dĂŒrfen, dass die letzten Tage viel erlebt wurde. Ich werde versuchen die Anreise und die letzten Tage gebĂŒhrend zusammenzufassen.

Nightjet = SchlafmĂŒtze

Am Montag sind wir kofferbepackt zum Hauptbahnhof gefahren und unser österreichischer Nachtzug ist auch wirklich pĂŒnktlich um 22:50 Uhr Richtung Amsterdam aufgebrochen. Wir hatten fĂŒr 99 EUR sogar ein eigenes normales 6er-Abteil fĂŒr uns. Schlafen war somit relativ OK möglich. Von Tiefschlaf konnte aber nicht die Rede sein, da es teilweise doch sehr rumpelte. Als wir mit den ersten Sonnenstrahlen aufwachten, mussten wir feststellen, dass der Zug scheinbar auch ein Nickerchen gemacht hatte, statt bereits in den Niederlanden zu sein, dĂŒmpelten wir mit 1,5 Stunden VerspĂ€tung noch in NRW rum. Zum GlĂŒck mussten wir nirgends umsteigen. Am Ende waren es dann fast 2 Stunden spĂ€ter als geplant und weil wir ja genĂŒgend Zeit im Zug verbracht hatten, hieß es umgehend „Anzeige ist raus!“ Die ÖBB hat da wirklich ein sehr einfaches Fahrgastbeschwerdeportal und ich möchte es gleich vorweg nehmen, wir haben heute bereits 50% des Fahrpreises zurĂŒckbekommen.

Take a deep breath

Egal, wir waren jetzt in Amsterdam und wollten umgehend die Stadt erkunden. Und mit was hat man als erstes Kontakt? Richtig! Der Weed-Duft umweht einen wenige Sekunden nach verlassen des Hauptbahnhofes und man wird ihn nicht mehr los wie Herpes und das obwohl seit 2012 in den Niederlanden nur noch Einheimische in Coffeeshops das Gras konsumieren dĂŒrf(t)en. Liberalitas in Amsterdam. Peace.

Bevor wir mit der Tram ins Hotel fuhren, besorgten wir uns noch die aufladbaren Fahrkarten, die wirklich sehr einfach zu nutzen sind, da man einfach beim Ein- und Aussteigen seine Karte an einen Sensor hĂ€lt. Unsere gebuchte Unterkunft war das Hampton by Hilton Amsterdam Centre East, eine Kette, die wir nicht nur wegen der heißen Waffeln zum FrĂŒhstĂŒck in guter Erinnerung haben. Vom Hauptbahnhof war das Hotel nur 3 Stationen entfernt.

Kurz frisch gemacht, schlenderten wir durch die Innenstadt mit ihren schönen Grachten und ließen Amsterdam auf uns wirken. Die Reiseleitung Bettina hatte ein paar schöne Hot-Spots auf der Liste, von denen wir uns noch ein paar vornahmen. Zum Abschluss des Tages konnten wir im Vondelpark, bei feinem Chocomel sogar Papageien in freier Wildbahn beobachten. Kulinarisch gönnten wir uns im örtlichen Hard Rock Cafe bei Sonnenuntergang feine Burger mit Blick auf die vielen Boote auf der Gracht.

Aussergewöhnliches, das große Boot und BBQ-Finger extreme

Wie bereits erwĂ€hnt, gibt es im Hotel sehr leckeres FrĂŒhstĂŒck mit Waffeln, was natĂŒrlich auch andere Familien zu schĂ€tzen wissen. Jedoch mussten wir erschreckend feststellen, dass nahezu alle Familien mit Kleinkindern, die Erziehung dem Tablet ĂŒberlassen. Statt sich um seine Kinder zu kĂŒmmern, wird auf dem Tablet ein Video auf voller LautstĂ€rke abgespielt, damit die Kleinen still sitzen. Leider kein Einzelfall. Gegen Tablet-Bespassung habe ich nichts, dann aber bitte mit Kopfhörern.

An Tag 2 in Amsterdam hatten wir uns ein gĂŒnstiges Kombiticket fĂŒr das KuriositĂ€tenkabinett Ripley’s Believe It or Not! und anschließender Grachtenrundfahrt besorgt. Auf 4 Ebenen durften wir allerlei VerrĂŒcktes und Unglaubliches betrachten. Aber seht selbst bei den folgenden Bildern. Nach so vielen EindrĂŒcken kam uns das Grachtenschippern ganz recht. Leider war es ein nahezu geschlossenes Boot und bei dementsprechend schwĂŒlen Temperaturen nicht unbedingt erfrischend. Aber man sieht die Stadt aus einem anderen Blickwinkel, wobei es auf den KanĂ€len schon recht zu geht und einem die Stunde Fahrtzeit mehr wie ein Schnelldurchlauf wie beim ESC vorkommt.

Eine Fischsemmel bzw. ein Kaasbrot spĂ€ter, machten wir uns ĂŒber den Schlenker Jordaan (ein Stadtteil Amsterdams) auf den Weg zum Anne Frank Haus, welchem wir – ob der Menschenmengen – nur einen Blick von Außen zuwarfen. Unser RĂŒckweg zum Bahnhof brachte uns nicht nur an der Oede Kerk vorbei, sondern ließ uns auch ein paar verschmitzte Blicke auf das Rotlichtviertel werfen, welches sich aber jugendschutzmĂ€ĂŸig noch im Vorabendprogramm befand.

Nach dem aufregenden Tag war der Hunger groß und wir googelten Angebote im Umkreises unseres Hotels. Dabei lachte uns das Late Night BBQ an und wir machten uns auf den Weg dorthin. Vor Ort landeten wir aber in einem Gewerbegebiet und das vermeintliche Restaurant war eine Garage. Kurzerhand nahmen wir das Essen „auf die Hand“ und setzten uns an die nahegelegene Gracht und genossen die letzten Sonnenstrahlen und leckeres klebriges Finger-Food-Barbecue.

Lass die Seele luftig baumeln, Captain!

Liebe Freunde haben einmal den Begriff „Karlstetter-Tag“ geprĂ€gt. Damit wird ein Tag beschrieben, in dem wir als Familie eine Vielzahl an AktivitĂ€ten in einen einzigen Tag packen. So ein Tag war Tag 3.

Nach dem WaffelfrĂŒhstĂŒck (und den Tablet-Schrazen) nahmen wir die kostenlose FĂ€hre Richtung NDSM. Das ist keine Crazy-Droge, sondern ein relativ neuer hipper Stadtteil, der auf dem GelĂ€nde einer ehemaligen Werft entsteht. Speziell KĂŒnstler:innen und Medienschaffende siedeln sich hier an. Seit 2020 existiert hier auch das STRAAT Museum, in dem Street Art in einer alten Lagerhalle ausgestellt wird. Wir drei fahren voll auf diese Kunst ab und waren daher auch von vielen StĂŒcken enorm begeistert. Die folgenden Bilder stellen einen kleinen Ausschnitt dar.

Zu Fuß marschierten wir dann an Baustellen vorbei zum ADAM Tower, einem renovierten Turm mit toller Aussichtsplattform. Bei ADAM dreht sich alles um Musik, hier treten immer mal wieder auf verschiedenen Ebenen Musiker:innen und DJs auf. Auch Firmen aus dem Musikbusiness haben hier ihre BĂŒros. Absolutes Highlight ist aber die Schaukel, die ĂŒber die Plattform hinausragt. NatĂŒrlich mussten Jonas und ich, das Teil ausprobieren. Auf den folgenden 2 Videos seht ihr zuerst wie der Lift zur Plattform hochfĂ€hrt und wie es uns beiden Schaukelboys so erging:

Nach so viel frischer Luft, setzten wir wieder zum Bahnhof ĂŒber und fuhren mit der Tram zu den Foodhallen. Wie der Name schon richtig vermuten lĂ€sst, gibt es dort in einer großen Halle unzĂ€hlige StĂ€nde mit Essen aus aller Welt, von Austern bis Zitronentarte ist fĂŒr jede(n) etwas dabei.

Kulinarisch gesĂ€ttigt, stand dann noch unser letztes Highlight des Tages an: Mit dem eigenen Boot durch die Grachten fahren. Beim Spaziergehen, fielen uns nĂ€mlich neben den großen Ausflugsbooten und den mittleren „Eat & Drink“-Booten, auch die kleineren Boote auf, die man selbst (ohne Bootsschein) auf den Grachten bedienen darf. Wir entschieden uns letztendlich fĂŒr den Anbieter Canal Motorboats, da dieser das beste Angebot fĂŒr eine 2 Stunden-Fahrt hatte. Nach kurzer Einweisung durch das freundliche Personal, tuckerten wir mit max. 6 km/h die Grachten entlang. Wer jetzt denkt „Ah, wie romantisch und entspannt!“, wird schnell eines besseren belehrt. Der Grachtenverkehr verhĂ€lt sich nĂ€mlich streng hierarchisch, sprich Groß hat immer Vorfahrt und Klein hat das Nachsehen. Da die Grachten sehr gut befahren sind, mussten wir speziell an Kreuzungen einige Male ganz schön „bremsen“ und andere Boote vorbeilassen, was gar nicht so leicht ist. Mit meiner Crew Navigatorin Betty und „Bugabstoßer“ Jonas kamen wir aber schadlos durch die wilden GewĂ€sser. Auf den Geraden konnten wir aber das abendliche Ambiente mit etwas Fingerfood sehr entspannt genießen.

Platt wie ne Flunder vielen wir an unserem letzten Abend nach dem langen „Karlstetter-Tag“ in die Kojen.

Wie wir trotz Bahnstreik nach Den Haag kamen und wie der weitere Urlaub verlief, erfahrt ihr im nÀchsten Kapitel.

Smokige GrĂŒĂŸe
Eure 3 Old Amsterdamer

PS: Danke fĂŒr die ersten Kommentare auf den ersten Beitrag und die netten Reisetipps, die ihr uns zukommen lasst. 🙂

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2 Antworten

  1. Lisa sagt:

    Da fehlt eindeutig ein Waffelfoto 🧇🙀
    Habt noch eine gute Reise!!

  2. Arianna sagt:

    Jetzt habe ich genug tips fĂŒr nĂ€chstes Wochenende
 da sind Allegra und ich fĂŒr 3 Tage.

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